Individuelle Smartphone Fotografie
Eine Reise zwischen Wirklichkeit und Inszenierung
Meine Kamera habe ich immer dabei. Sie steckt in meiner Hosentasche oder liegt neben mir auf dem Tisch beziehungsweise in meinem Rucksack. Sie beansprucht kaum Platz und ist stets griffbereit.


Gemeint ist natürlich mein Smartphone. Es ist mein wichtigster Begleiter für all die kleinen und großen Momente, die sonst vielleicht einfach vorbeiziehen würden. Mein Auge, das Bilder quasi für die Ewigkeit speichert, ohne dass sie in Vergessenheit geraten. Denn es ist doch so: Die beste Kamera ist die, die ich immer und überall dabei habe und sofort für individuelle Fotografie einsetzen kann. Ohne einen ganzen Koffer voller Equipment und lange Vorbereitungszeit. Für die Reise zwischen Wirklichkeit und Inszenierung.
Mit meinem Smartphone kann ich binnen Sekunden das echte Leben fotografieren. Und zwar exakt dann, wenn es gerade passiert. Einen spektakulären Sonnenuntergang. Eine filigrane Blüte, die vom Morgentau benetzt wird und magisch glitzert. Aber auch all die Schätze, die mir am Herzen liegen. Ein nostalgisches Blechmodell. Ein technisch raffiniertes Modellflugzeug. Ein anderes Mal vielleicht ein besonders niedliches Kuscheltier. Dazu muss ich nicht erst meine Kameraausrüstung zusammensuchen, denn mein Smartphone ist ja immer startklar. Es dokumentiert in Echtzeit, was ich gesehen und in diesem einen Moment empfunden habe, und hält dadurch Erinnerungen als Fotografien fest. Doch was ist eigentlich mit der Qualität der Bilder?
Der wichtigste Aspekt meiner Fotografie: Ein teure Kamera macht nicht zwingend ein gutes Bild aus. Viel wichtiger ist mein Blick. Mit der Zeit habe ich etwa gelernt, die perfekten Bildausschnitte zu erkennen, auf das Licht zu achten und bewusst mit verschiedenen Perspektiven zu spielen. Oft wirkt ein Bild schon durch kleine Veränderungen ganz anders. Dafür reicht manchmal schon ein Schritt nach rechts oder links, ein etwas tieferer Kamerawinkel oder ein wenig Geduld, bis das Licht stimmt.
Mein Smartphone denkt für mich mit
Gleichzeitig nimmt mir mein Smartphone inzwischen aber auch einiges an Arbeit und professionellem Know-how ab. So korrigiert es beispielsweise die Belichtung, die Farben und die Schärfe teilweise ganz automatisch und während ich fotografiere. Vieles davon passiert im Hintergrund: Ich muss gar nicht darüber nachdenken. Und es gibt eine Menge Tricks, mit denen ich ganz easy arbeiten kann. Richtig praktisch finde ich beispielsweise den Porträt-Modus. Dabei kann ich den Hintergrund per Fingertipp weich und unscharf erscheinen lassen. Im Fachjargon heißt das Bokeh. Früher schaffte das nur eine leistungsstarke Spiegelreflexkamera, das machte die Fotografie richtig kostspielig. Heute funktioniert das quasi nebenbei mit dem Smartphone. Ich muss dafür kein Fotostudio besitzen und auch kein Profi sein. Trotzdem verlasse ich mich natürlich nicht nur auf die Technik. Mir helfen auch unterschiedliche Linien, Licht und Schatten oder auch Farben und ungewöhnliche Perspektiven dabei, aus alltäglichen Fotografien etwas Einzigartiges zu machen. Das Ergebnis ist dann ein Hingucker, der wirklich die Seele berührt.
Und was ist mit der KI?
Für mich ist die KI in der Bildbearbeitung weder Zauberei noch Fake-Werkzeug, sondern ein nützliches Helferlein, das mir viel vom technischen Part des Fotografierens abnehmen kann. Die Tools können Farben und Kontraste der Bilder optimieren, Bildrauschen reduzieren und kleine Fehler korrigieren. Sie lassen störende Menschen im Hintergrund einer Landschaftsaufnahme ebenso verschwinden wie die hässliche Mülltonne auf dem Urlaubsschnappschuss. Aber aufgepasst: Wenn die KI nicht nur einen unerwünschten Gegenstand entfernt, sondern einen eigentlich tristen Himmel in einen dramatischen Sonnenuntergang verwandelt, muss ich mich fragen, ob das dann noch ein authentisches Bild ist oder schon digitale Kunst. Das Ergebnis der Smartphone Fotografie kann richtig schön aussehen, es zeigt aber nicht mehr den Moment, den ich wirklich erlebt habe. Will ich das? Nein! Darum mein Tipp: Nutze die KI, um ein Bild möglichst realistisch wirken zu lassen und nur kleine technische Korrekturen vorzunehmen, aber ohne dabei den Moment zu verfälschen, den Du mit eigenen Augen gesehen hast. Hier kommt es einfach auf die richtige Balance an. Schließlich möchte ich die Kontrolle darüber, was mein Bild erzählen soll, behalten. Sonst belüge ich mich selbst.
